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Robbe Fernsteuerung FX-18


Etwa 10 Jahre nutzte ich die Fernsteuerung MC-14 von Graupner. Alles in allem eine sehr gute Anlage, ausbaufähig und hervorragend geeignet für den Einsatz im Schiffsmodellbau. Komplett ausgebaut mit einem zusätzlichen Schieberegler, dem 16-Kanal-Nautic-Expert- und dem Nautic-Multi-Prop-Modul hat sie nie ihren Dienst versagt. Vollausgebaut eigentlich viel zu überproportioniert, denn ich habe bis dato noch nie alle Schaltfunktionen belegt.

Einzig störte mich ein wenig das 16-Kanal-Schaltmodul, da von der Doppelbelegung jedes Schalters immer nur ein Stellung genutzt werden konnte. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ich in Zukunft lieber auf Proportionalmodule zurückgreifen möchte, weil ich dadurch wesentlich flexibler gewünschte Schalt- und Tastfunktionen realisieren kann. Da aber die Firma Graupner nur Multi-Pro-Module mit 4 Kanälen anbietet, habe ich mich mal bei anderen Anbietern umgesehen. Voraussetzung ist natürlich, möglichst umfangreiche Möglichkeiten von Kanalsplittungen um auch weiterhin genügend Reserven für diverse Sonderfunktionen zu haben.

Bei der Suche wurde mal wieder das große Dilemma auf dem deutschen Markt deutlich aufgezeigt - es gibt keine speziellen Fernsteuerungen für uns Schiffsmodellbauer. Die Entwickler der Anlagen, die Software bei Computeranlagen sowie der größte Teil des Zubehörs deckt in der Regel den kompletten Bereich der Fliegerei ab. Mixer, speziell vorgefertigte Flug- und Trimmprogramme usw. usw.

Als einziger Lichtblick ist da immer noch die Firma Robbe. Hier werden ganz interessante Zubehörteile angeboten, wie z.B. den Twinstick, speziell für Schiffe mit Doppelschraubenantrieb und das Genua-Modul. Wesentlich innovativer und flexibler als bei Graupner, die verschiedenen Ausbaumodule wie Multi-Switch-8 und -16 Modul, Multi-Prop 8 und Multi-Prop 4+4 Modul. Man hat die Qual der Wahl. Aus diesem Grund favorisierte ich dann auch diesen Hersteller.

Bei Studien von Katalogen und im Internet fiel mir ein Neuerscheinung sofort ins Auge - die FX-18 - etwa die selbe Preiskategorie wie die MC-14 von Graupner, jedoch mit einer erstaunlichen Vielzahl an serienmäßig angebotenen Möglichkeiten.

Bei diesem Leichtgewicht mit gerade mal 770 Gramm inklusive Akkus, hat man die FC-Serie konsequent weiterentwickelt und um ein Vielfaches verbessert, nicht nur funktionell sondern auch ergonomisch.

So gibt es z.B. zwei Optionsplätze für Prop-Schieber-Kanäle, die an der vorderen Unterseite angebracht werden, so dass diese ohne loslassen der Steuerknüppel bedient werden können. Betrifft eigentlich wieder nur die Flieger, aber immer hin hat sich dort mal einer richtig Gedanken gemacht.

Aber noch einige weitere Features machen diese Anlage auch für Schiffchenfahrer interessant. Da bleiben kaum noch Wünsche offen.

  • sehr handlich und leicht
  • 10 interne Modellspeicher (nur 2 Speicher bei der MC-14)
  • digitale Trimmung der Steuerknüppel (die Trimmung kann pro Modellspeicher individuell gespeichert werden, erübrigt so eine Neutrimmung beim Modellwechsel und kann geändert werden ohne in ein Programmiermenü zu wechseln)
  • die Einstellung der einzelnen Modellspeicher gehen bei leerem oder entnommenem Akku nicht verloren (nicht so bei der MC-14)
  • serienmäßige Lehrer-Schüler-Funktion
  • DSC-Betrieb (direkte Ansteuerung des Empfängers ohne Senderabstrahlung über ein optionales Kabel - interessant für Vorführungen, wenn der eigene Kanal belegt ist)
  • interne PC-Anschlussbuchse mit optional verfügbarer Software
  • alle Einstellmenüs sind auf Knopfdruck verfügbar (bei der MC-14 muss für bestimmte Einstellungen die Anlage ausgeschaltet und dann wieder mit zwei gedrückt Tasten eingeschaltet werden)
  • mehrsprachige Software mit gut strukturierter Bedienung im Rotationsverfahren und speziellen Untermenüs, diese lassen sich sehr schnell und bequem mittels eines 3-D-Drehschalters auswählen.
  • Stoppuhrfunktionen mit wahlweise auf- oder abwärtszählender Uhr und entsprechendem Signalton im Minutentakt und bei den letzten 10 Sekunden vor Ablauf und bei Ablauf der Zeit (eigenartigerweise hat die MC-14 zwar eine aufwärtszählende Stoppuhrfunktion aber keinerlei akustische Hinweise)
  • Kopieren der Daten eines Modellspeichers auf einen anderen Modellspeicher
  • wie schon von der FC-Serie gewohnt, zwei Optionsplätze für Schieberegler auf der Frontseite
  • die Verschlüsse der Rückwand sind mit abgesengten Verriegelungen versehen, die z.B. durch die Zuhilfenahme eines Geldstückes problemlos geöffnet werden können. Die teilweise recht lockeren Schieberiegel der Vorgängertypen führten oftmals zum versehentlichen Öffnen der Rückwand. Ähnliche Schiebeverschlüsse bei der MC-14 von Graupner ließen sich wiederum oftmals sehr schlecht schließen.
  • die eingearbeitete Öse für die Aufnahme eines Trageriemens ist sehr gut platziert und hält die Anlage in der Waage. Sie kippt weder nach vorn noch nach hinten ab.

Sehr gut auch die Auswahl der Standard-Anzeige, die schnell und problemlos per Drehknopf geändert werden kann:

  • Anzeige des Modellnamens und der Batteriespannung in Volt
  • Anzeige der Betriebszeit der Anlage in Stunden/Minuten und der Batteriespannung
  • Anzeige der Stoppuhr und der Batteriespannung
  • Anzeige der Stoppuhr und der Betriebszeit der Anlage

Die Betriebszeit kann zurückgesetzt werden, z.B. bei nach dem nächsten Ladevorgang. Immer angezeigt wird die Nummer des Modellspeichers.

Recht innovativ auch die variabel einstellbare Federkraft der Steuerknüppel und flexibel einstellbare Ratschenplatte, womit die vertikale Selbstneutralisierung des linken oder rechten Steuerknüppel eingestellt werden kann, ohne umständlich die Feder lösen zu müssen.

Interessantes Zubehör runden die ganze Sache ab. So gibt es nicht nur das obligatorische Senderpult, sondern auch wahlweise eine Umhängevorrichtung, einen Tragegriff, spezielle Griffschalen oder eine Kreuztrageriemen, sowie eine kurze Wendelantenne oder einen Antenne-Kugelgelenkfuß.

Selbst für die o.g. hinteren Schieberegler werden spezielle, ergonomisch geformte Griffe angeboten.

Dies nur einige Highlights, allein die Einstellungen die per Software durchgeführt werden können, füllen sechzehn A4-Seiten im Programmierhandbuch und würde den Rahmen dieses Artikel sprengen.

Prinzipiell ist der erste Eindruck hervorragend, aber wo Licht ist, fällt Schatten. Hier einige Kritikpunkte:

  • das Beepen bei jedem Drehen des Bedienknopfes ist nervig, kann zwar ausgestellt werden, dann fehlt aber das Feedback, wenn z.B. eine Einstellung gespeichert wird. Also wäre der Beep wirklich nur dann angebracht. Wenn Einstellung gespeichert werden ertönt zwar ein Doppelbeep, aber ein Einstellung per Software wäre vorteilhaft, entweder nie, nur bei Speicherungen oder immer.
  • Nach dem Einschalten blinkt das Display mit den Angaben zum aktuell eingestellten Modellspeicher. Zwar ist die Anlage betriebsbereit, aber man muss den Bedienknopf einmal drücken, um das Blinken abzustellen. Wieder ein typisches Feature für die Flieger. Per Software müsste dieses unterbunden werden können - z.B. durch einen separaten Flugzeug-/Schiff-Modus
  • Ebenfalls könnte durch einen einstellbaren Flugzeug-/Schiff-Modus spezielle Flieger-Programm-Menüs ausgeblendet werden.
  • Die Abkürzung der einzelnen Programm-Menüs sind manchmal verwirrend und gewöhnungsbedürftig, trotz deutscher Spracheinstellung. Sicherlich könnte ein größeres oder ein LCD-Display Abhilfe schaffen
  • die FX-18 hat zwei zusätzliche Folientaster für die Bedienung der Programmiermenüs. Auf Grund schlechter Erfahrung mit Folientastern bei der MC-14, bei denen schon nach kurzer Zeit der Folienüberzug gerissen war, bleibt abzuwarten, ob bei der FX-18 ein ähnliches Verhalten zu erwarten ist.
  • die bisherigen Ladestecker, die ich für meine Anlagen immer benutzt habe, sind zu dick und passen nicht. Haben sich vieler Anbieter schon vor einiger Zeit auf ein standardisiertes RC-Steckersystem geeinigt, lässt dies bei den Ladebuchsen zu wünschen übrig
  • ein wenig unterdimensioniert ist der serienmäßig mitgelieferte NC-Standardakku mit 750 mAh. Hier wird vom Hersteller eine Betriebszeit von gerade mal 3 Stunden angegeben. Es werden zwar weitere und leistungsstärkere Akkupacks angeboten, bedeutet aber auch eine zusätzliche finanzielle Investition. Legt man sich dann den verfügbaren NiMH-Pack mit 2200 mAh zu, hat man zwar ca. 9 Stunden Betriebszeit, aber was wird dann mit dem alten Pack? Besser wäre gleich die eigene Akkuwahl.
  • Bei kritischem Akku-Zustand ab 8,5 V nervt ein ständiger Signalton, der sich nicht abschalten lässt. Bei der MC-14 wird zwar auch der fast leere Akku mit einem Signalton angezeigt, jedoch schaltet sich dieser nach einigen Sekunden selber ab.
  • Das Einsetzen der Rückwand gestaltet sich etwas schwierig, da die Antennenhalterung im Inneren mit einer Führung direkt an einer Halterungsaufnahme für die Rückwand liegt. Hier muss mit dezenter "Gewalt" nachgeholfen werden
  • Die mittig angebrachte Öse für den Trageriemen verdeckt die Sicht auf das Display und erschwert die Bedienung der Auswahlknöpfe für die Menüs. Wer das vermeiden möchte, muss ein zusätzliches Tragegestell erwerben. Wesentlich besser wären 2 Ösen, die jeweils an den Seiten des Gehäuses angebracht sind.
  • So weit mir bekannt, ist entweder nur Ausrüstung mit einem Tragegestellt oder mit einem Tragegriff möglich. Der Anbau beider Teil wäre wesentlich besser, da ich diese Ausstattung von der MC-14 her gewohnt war. Dort war der Tragegriff kein spezielles Zubehör und stammte von einer Anlage eines anderen Herstellers. Beide Sachen hatten ihre Berechtigung und waren unwahrscheinlich praktisch.

Fazit

Ein harter Konkurrent für die MC-14 und eine kleine Revolution in Sachen Ausstattung und Design in dieser Preisklasse.

Die FX-18 ist wirklich eine konsequente und innovative Weiterentwicklung seiner Vorgänger und meiner Meinung nach eine im Verhältnis von Preis und Leistung lohnenswerte Anschaffung, sowohl für Einsteiger und Semi-Profis.

Kompakt und handlich, leicht und ergonomisch.

Durch das umfangreiche Zusatzsortiment sehr flexibel einsetzbar und scheint deshalb auch, nach Aussagen von Fachhändler, öfters mal vergriffen zu sein.



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