einige brauchbare Hinweise und Funktionen der Fernsteuerung FX-18
Für Ein- und Umsteiger hier eine kleine Übersicht über die Funktionen der FX-18, die für Schiffsmodellbauer interessant sind:
Zubehör
Das Angebot des Zubehörs für die FX-18 ist sinnvoll und vielfältig. Hier kann man schnell noch einige Euros hinblättern, die ohne weiteres den Grundpreis der Anlage überschreiten können.
Als sinnvoll empfinde ich folgendes Zubehör:
- Tragegestell mit Umhängeriemen oder Tragegriff
- eine Kurzantenne, die hat zwar etwas weniger Reichweite, ist aber fürs Schiffchenfahren vollkommen ausreichend. Bei der MC-14 habe ich damit sehr gute Erfahrungen gesammelt
- Belegen der beiden Optionsplätze mit Schiebereglern auf der Frontseite, eventuell auch der Einsatz eines Genuamoduls als Alternative
- Ausbaumodule für die Erweiterung der Kanäle, sofern man beabsichtigt Funktionsmodell zu bauen
Ausbaumodule
Was soll man dazu schon sagen - ein Muss für Funktionsmodelle, allerdings nicht gerade preiswert.
Modellspeicher
Fast zu viel des Guten, aber immerhin, 10 Modellspeicher können mit unterschiedlichen Einstellungen belegt werden. Ich habe eigentlich nie 10 fahrbereite Schiffsmodell gehabt, aber man kann ja nie wissen, auf jeden Fall sind bei der MC-14 nur 2 interne Modellspeicher vorhanden und das machte sich schon mal bemerkbar.
Ratsche
Mit der serienmäßige Ratsche kann die Selbstneutralisierung eines Steuerkanals ausgeschaltet werden. Ganz sinnvoll beim Ansteuern der Schotwinde eines Seglers.
Welche Softwareeinstellungen benötigt der Schiffsmodellbauer?
Menü "MODL"
Einstellung des Modellnamens und wechseln der Modellspeicher.
Menü "SWEG"
Einstellung des Servoweges - ermöglicht die Erweiterung bzw. Einschränkung des Servoausschlages. Eine Vergrößerung ist z.B. sinnvoll, wenn die Anzahl der Umdrehungen einer Segelwinde ohne Einstellpoti erhöht werden soll. Ein Verkleinerung ist sinnvoll in engen Räumen z.B. bei der Ruderanlenkung.
Menü "UMPO"
(Umpolung) Sehr sinnvoll, denn hiermit kann die Drehrichtung des Servos geändert werden.
Menü "EXPO"
Die Expotentialfunktion ist ebenfalls recht sinnvoll. So kann die standardmäßig eingestellte lineare Funktion des Steuerknüppels geändert werden. Linear bedeutet: Position des Servoausschlages entspricht der Position des Steuerknüppels. Einer expotentiale Funktion hingegen bewirkt einen feinfühligeren Servoweg in der Nähe der Neutralposition oder speziell bei der FX-18 auch im Bereich des Vollausschlages. Sinnvoll bei Rudermaschinen zur Verhinderung von abrupten Lenkbewegungen und bei Fahrtreglern sinnvoll für eine "weicheres" Anfahren.
Menü "VMX 1-3"
Dabei handelt es sich um freiprogrammierbare Mischer, mit deren Hilfe man einen Steuerkanal auf einen weiteren Servo wirken lassen kann. Ein Anwendungsbeispiel hierfür wäre der Zweischraubenantrieb gemischt mit der Rudermaschine, so dass bei Vollausschlag des Ruder ein Motor vorwärts und der andere Motor rückwärts läuft, oder eine Kombination von Rudermaschintsund Bugstrahlruder, sowie eine Kombination von Ruderausschlag und Bugstrahlruder, die zusätzlich mit einem Fahrtregler angesteuert werden.
Ich habe z.B. Mischer für ein Soundmodul eines Schleppers eingesetzt. Das Soundmodul war erst mit dem Kanal des Fahrtreglers gekoppelt. Allerdings konnte das Leerlaufgeräusch nicht exakt in der Neutralstellung eingestellt werden, so dass es sich viel zu schnell anhörte. Auch bei Vollgas entsprach der Ton eher dem eines Schnellläufers und nicht dem eines Schleppers.
So schaltete ich das Soundmodul auf einen separaten Kanal und mischte diesen mit dem Steuerkanal des Fahrtreglers. Die Leerlaufgeschwindigkeit konnte nun unabhängig über die Funktion Servomittelstellung angepasst und durch Zuhilfenahme der Expotentialfunktion und Steuerwegseinstellung ein optimales Vollgasgeräusch eines Schwerdiesels bzw. Langsamläufers erzeugen.
Menü "SMIT"
Korrigiert die Neutralstellung (Mittelstellung) eines Servos, nicht zu verwechseln mit der Trimmung, denn es führt zu unterschiedlichen Servowegen für beide Seiten. Im Extremfall kann die Mittelstellung bis auf 125% gestellt werden, dann läuft das Servo nur noch in eine Richtung, aber dennoch den vollen Weg. Ein Anwendungsbeispiel wäre die Ansteuerung eines Dampfventil oder ähnliche Anwendungen bei denen es nur eine Vorwärts- aber keine Rückwärtsfunktion gibt.
Menü "PARA"
Über das Parametermenü können die Modelspeicher zurückgesetzt, die Kanalbelegung der Hauptsteuerknüppel verändert, der Beep ausgeschaltet, die Sprache der Software und der Unterspannungsalarm eingestellt werden.
Menü "ST-U"
Menü zur Einstellung der Stoppuhrfunktion - auf jeden Fall interessant für Rennbootfahrer. Das Auslösen der Stoppuhr kann auf einen beliebigen Steuerkanal gelegt werden. Legt man die Auslösefunktion auf die Steuerknüppel kann es sehr leicht zum ungewollt Ein- bzw. Ausschalten der Stoppuhr kommen. Günstiger wäre eine zusätzliche Belegung des 3-D-Knopfes.
Menüauswahl
Es gibt noch einige weitere Menüs, jedoch sind diese weniger für Schiffsmodellbauer interessant. Hier geht es um spezielle Einstellungen für den Bereich der Fliegerei.
Anfangs etwas verwirrend und gewöhnungsbedürftig aber doch durchdacht, ist die Kombination von Drehschalter mit Tastfunktion (3-D-Knopf), Select- und Home-Taster.
Vom Home-Menü gelangt man durch längeres Drücken des 3-D-Knopfes in die Programmiermenüs. Dann wählt man durch Drehbewegung (Rotationsprinzip) ein gewünschtes Einstellmenü und durch ein nochmaliges Drücken des Knopfes in das jeweilige Untermenü zum Einstellen der Programmierung.
Durch die Doppelbelegung des Select- und des Home-Tasters, wobei durch die Select-Taste eine Vorwärts- und die Home-Taste eine Rückwärtsauswahl ermöglicht wird, können die Parameter ausgewählt werden. Durch Drehbewegung des 3-D-Knopfes werden die Werte der Parameter geändert.
Durch längeres Drücken des 3-D-Knopfes werden bei Bedarf Einstellungen auf Standard zurückgesetzt.
Durch längeres Drücken der Home-Taste gelangt man wieder in das jeweils übergeordnetes Menü und/oder in das Home-Menü.
Sehr gut ist die Auswahl der Hauptprogrammiermenüs durch den Drehknopf, wesentlich angenehmer und schneller zu bedienen als durch einen Tastendruck wie z.B. bei der MC-14.
Fazit
Alles in allem nach einer kleinen Eingewöhnungsphase gut zu händeln. Wie schon angesprochen, gefällt mir das kleine Display nicht so gut, zumal noch Platz genügend da ist. So könnten die anfangs etwas kryptisch anmutenden Abkürzungen einen selbsterklärenden Charakter bekommen. Ich hätte mir gern mehr als 4 Buchstaben für den Modellnamen gewünscht. So wird aus "Dampf" halt "Damf". Auch eine zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung für die Nachtfahrten wäre eine innovatives Feature.