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Tipps zur Lackierung


Airbrush oder Sprühdose

Von der Sache her ist ein Airbrush ein feine Sache, aber der Anschaffungspreis ist relativ hoch, in jedem Fall besser als Lack aus der Sprühdose.

Aber... besser für Anfänger sind Pinsel und Farbe, um einfach ein Gefühl für die "Malerei" zu bekommen. Sorry, man sieht es immer wieder, einen perfekt gespritzten Rumpf, aber bei kleineren Teilen, wenn sich der Aufwand für die Nutzung einer Maschine nicht lohnt, geht's in die Hose. Denn was macht ein Schlosserlehrling im ersten Lehrjahr... er feilt und feilt und feilt... und ... flucht, aber dann hat er es drauf;-)

Ich selber habe schon seit einigen Jahren einen Airbrush, wobei ich mich allerdings nicht mit künstlerischen Vorhaben beschäftige.

Darauf achten sollte man, dass der Kompressor in jedem Fall einen Lufttank, ein Überdruck-Sicherheitsventil und einen Druckminderer hat. Für einen sauberen gleichmäßigen Farbauftrag wird eine konstanter Luftdruck benötigt. Von in der Fachpresse oft beschriebenen Selbstbau aus Kühlschrankkompressoren, rate ich ab, wenn man sich nicht in der Materie auskennt.

Auf jeden Fall sei von Luftflaschen oder Gummischläuchen aus dem KFZ-Bereich o.ä. abgeraten. Die Luftflaschen vereisen recht schnell und sind teuer. Das Vereisen lässt sich zwar dadurch verhindern, dass die Luftflasche während des Spritzens in ein Wasserbad gelegt wird, aber die Luft ist dann schneller raus als man denkt. Elektrische Tischkompressoren sind zwar eine preiswerte Alternative, aber eigentlich machen sie nur Krach.

Mit einem Airbrush kannst man so ziemlich alle Farben nutzen, auch die aus dem Baumarkt, selbst die aus dem Tuschkasten. Es werden sogar Adapter angeboten, um einen Airbrush als Mini-Sandstrahler einzusetzen, was natürlich dann aber genau den Gegeneffekt eines Farbauftrages erzielt;-)

Auch zum Auspusten bei spanabhebenden Werkzeugen recht gut geeignet, allerdings dann ohne Farbe;-)

Die Farbe und der Anstrich

Bei Einsatz der Farbe immer hoch verdünnen, mindestens 50%, denn in der Ruhe liegt die Kraft, je mehr dünne Lackschichten um so besser.

Ich halte nichts von Rümpfen, die in einer Autolackierwerkstatt "abgegeben" werden, denn das zeugt wiederum von der Unfähigkeit einen Anstrich selbst ausführen zu können, womit wir wieder bei dem o.g. Problem angekommen sind, es sei denn man arbeitet selbst als Lackierer.

Vor dem Kleben sollten Einzelteile oder Details lackiert werden, wenn diese eine andere Farbe haben, als das Teil, an welches sie angebaut werden.

Soll Holz gebeizt werden, muss diese ebenfalls vor dem Kleben geschehen. Keine Chance z.B. bei dünnflüssigen Klebern, die sich sofort ins Holz saugen.

Der Mythos der Grundierung

Wann nimmt man eine Grundierung, man macht eine Grundierung Sinn?

Z.B. bei einer rauer Oberfläche wie Holz, um die Unebenheiten auszugleichen, bei Stoffen die eine hohe Saugkraft besitzen wie z.B. Schaumstoffe, bei veredelten o.ä. Oberflächen auf denen die eigentlichen Finishfarbe nicht lange halten würde, z.B. Chrom oder Glas, bei dunklen Oberflächen, die einen hellen Farbanstrich erhalten sollen, um einige Beispiele zu nennen.

Bei Baukastenmodellen, die in der Regel aus Kunststoffen wie ABS oder Polystyrol hergestellt sind trifft aber keines diese Punkte, ganz im Gegenteil, die Außenhaut des Rumpf ist meist weiß, ein neutral Material und, sorry, arsch-glatt. Was man hier tun muss, ist ein sorgfältiger Anschliff mit feinem Schleifpapier nicht unter 300er Körnung.

Es muss nicht unbedingt nass geschliffen werden.

Tipps zu den Farben

Man sollte sich auf die Farben und Verdünner eines Herstellers festlegen.

Nutze nicht Farben auf Nitrobasis, sie trocken zu schnell und könnten Kunststoff angreifen.

Besser sind Farben auf Emaille-Basis (Revell) oder Kunstharzlacke. Diese verlaufen besser bei Pinselanstrich, da sie längere Zeit benötigen um durchzutrocken. Für Kunstharzlacke eignet sich z.B. Terpentin oder Terpentinersatz bestens als Verdünner und sie vertragen sich bestens mit Leinölen/Firnis und auch mit den Revell-Farben.

Immer genügend Lüften bei großflächigen Lackierungen. Auch wenn's doof aussieht, man sollte einen Atemschutz verwenden, auf jedem Fall beim Airbrushen.

Farben unterschiedlicher Hersteller nicht an einem Modell verwenden, es kann sein, dass sich diese nicht vertragen. Man notiert sich am besten den Hersteller, die Farbnummern und die Bezeichnung der Farbe auf der Innenseite der Aufbauten oder des Rumpfes mit einem wasserfesten Filzschreiber. So kannst man bei späteren Reparaturen auf die Originalfarben zurückgreifen.

Seidenmatt und glänzend?

Grundsatz nimm bei matten Farben immer seidenmatt. Tief- oder Tuchmatt hat eine zu raue Oberfläche. Hier setzen sich mit der Zeit Staubpartikel fest und diese Oberflächen lassen sich nur schwer reinigen.

Matte Farben? Das kommt darauf an. Ein militärisches Modell hat in keinem Fall glänzende Farben.

Ein auf Hochglanz lackiertes Holzdeck ist nicht nur falsch, sondern ein unverzeihlicher Fehler, also voll daneben.

Eigentlich gibt es auf keinem Schiff hochglanzpoliertes Decks, denn das könnte beim Original lebensgefährlich sein (Rutschgefahr in Verbindung mit überkommendem Wasser). Eher wird auf frisch gepönte Stahldecks eine Art Sand- oder Metallsplitt verteilt und nochmals übergespritzt, sofern kein Riffelbleck o.ä. vorhanden ist.

Arbeitsschiffe haben in der Regel einen matten Anstrich, auf jedem Fall am Rumpf, denn Hochglanzlacke sind teurer als Mattlacke.

Bei Yachten und anderen Luxusschiffen kann man mit glänzendem Anstrich nichts falsch machen.

Bei klassischen Segelschiffen oder Segelyachten in Holzbauweise kann man sich nach folgender Regel richten: alle waagerechten Flächen matt, alle senkrechten Flächen hochglänzend, einschließlich der Rumpfaußenhaut, gerade dann wenn sie naturbelassen ist. Aber auch hier gilt wieder – Arbeitsschiffe eher matt als hochglänzend – matt sieht auch immer natürlicher aus.

Bei exklusiven Segelyachten mit Holzaufbauten aus edlen Hölzern sind in der Regel die Decksaufbauten komplett auf Hochglanz gewienert.

Holz auf Hochglanz zu lackieren ist eine Wissenschaft für sich und kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Siehe hierzu Hochglanz Lackierung von Holz-Aufbauten

Noch eins zu Seidenmatt. Eigentlich ist solche ein Farbe "Beschiss" oder besser eine optische Täuschung. Solche Lacke haben spezielle Farbpigmente, man sagt die "stehen" im Lack und reflektieren das einfallende Licht sehr schlecht. Dadurch entsteht dann diese Matt-Effekt. Reibt man öfters über eine solche Lackfläche, werden diese Partikel niedergedrückt und man erhält schon fast wieder eine glänzen Fläche.