Tellerschleifgerät TG 125/E
Ich habe schon seit langen eine 0815-Teler-Band-Schleifkombination, wie man sie für um die 50 Euro in jedem Baumarkt bekommt. Recht hilfreich und eigentlich nicht mehr aus meiner Werkstatt wegzudenken.
Ganz besonders schätze ich den Tellerschleifer. Allerdings bei der Preiskategorie natürlich nur bedingt für feinste Arbeiten geeignet.
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Als 2008-er-Neuheit ist von Proxxon der Tellerschleifer TG 125/E auf dem Markt. Der Preis liegt so um die 145 Euro +/-.
Mitgeliefert werden jeweils 2 Schleifscheiben mit 80-er, 150-er und 240-er Körnung, selbstklebend. Recht pfiffig gelöst ist die Silikonbeschichtung auf dem Schleifteller, so lassen sich die Scheiben mehrfach austauschen und wiederverwenden. Beigelegt sind auch Folien, um die Klebefläche der benutzen Scheiben zu schützen.
Das Gerät ist recht kompakt, wiegt gerade mal 3 kg. Das Gewicht reicht aber aus, um einen ausreichend sicheren Stand zu gewährleisten. Es kann aber auch mit der mitgelieferten und großzügig bemessenen Zwinge an der Werkbank befestigen. Das dann sogar in zwei Ebenen, also Schleifteller vertikal (normal) oder bei Bedarf horizontal.
Die Leistung liegt bei 140 W und die Drehzahl kann stufenlos zwischen 250 und 800 U/min reguliert werden.
Das Gerät läuft auch bei der höchsten Drehzahl sehr ruhig und leise, der Teller ist absolut plan und dreht sehr sauber und präzise gewuchtet. |
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Der Tisch der Billigmaschine.
Der Tisch des Proxxon-Gerätes ist aus Aluminium und im Unterschied zum Billiggerät ohne Rillen, was manchmal sehr störend war, weil es die Auflage von kleinsten Werkstücken und vor allem das exakte Nachführen erschwerte. |
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Der Tisch lässt sich 10° nach oben und bis 50° nach unten verstellen. Er wird mit zwei Handschrauben, jeweils links und rechts fixiert. Die Haltearme sind im Gehäuse eingebettet, der Tisch hat dadurch sehr guten Halt.
Die Gradskala hat zwei Langlöcher und kann bei Bedarf nachjustiert werden. Eine Führungsnut für den Winkelanschlag (T-Nut) ist eingearbeitet. |
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Soweit ganz prima, aber...
... gegenüber allem anderen ist der Winkelanschlag alles andere als präzise. |
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Der "Gradzeiger" ist schief auf Grund der außermittigen Bohrung.
Ich Proxxon kurzer Hand angeschrieben und in wenigen Tagen einen neuen Anschlag erhalten. Toller Service, vielen Dank. |
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Die Führungsschiene hat in der Nut ein wenig Spiel, sie könnte präziser bzw. mit mehr Passung gefertigt sein, auch wenn sich das in Grenzen hält.
Ich habe mir auf jeden Fall erst einmal eine kleine Kerbe in den "Gradzeiger" eingearbeitet und wenn mir die Genauigkeit nicht ausreicht, werde ich mir selbst einen Winkelanschlag anfertigen.
Die Gradteilung wäre besser, wenn sie gradgenau ablesbar wäre. Der Winkel der Kreissäge FKS/E hat eine feinere Gradaufteilung, allerdings eine andere Führungsschiene als der Tellerschleifer und so kann nicht untereinander ausgetauscht werden. Bei den sonst so aufeinander abgestimmten Systemkomponenten und in diesem Preissegment ist ein solcher Lapsus echt ärgerlich und dürfte nicht passieren. |
Die Praxis
Mittlerweile hatte ich das Gerät schon ausreichend im Einsatz. Es ist eigentlich unglaublich wie oft man eben mal schnell was abschleifen muss. Gerade die oftmals benötigten rechtwinkligen Teile mit hohen Passgenauigkeiten lassen sich ausgezeichnet und sehr präzise herstellen.
Ein riesen Unterschied zum dem 50-Euro-Baumarkt-Klapperteil. Holz, PS und Messing - grobes Abschleifen bis hin zu feinsten Korrekturen im 10-tel-mm-Bereich sind ohne Probleme möglich, was für den ambitionierten Hobbyisten i. d. R. vollkommen ausreichend ist. Auch einen kleinen Stechbeitel habe ich damit schon geschärft. Nicht vergessen, es ist ein handgeführtes Werkzeug, so dass man sich gefühlvoll an das gewünschte Maß heranarbeiten muss.
Bis auf das kleine Manko mit dem Anschlagwinkel, sehr solide und gut durchkonstruiert. Es macht richtig Spaß damit zu arbeiten.
Ich arbeite gern mit kleinen, handlichen und nicht zu schweren Werkzeugmaschinen - eben mal bei der Hand und schon wieder beiseite gestellt – sehr mobil und effizient. Auch arbeite ich gern mit Geräten die etwas weniger Leistung haben, die hobeln einem dann nicht gleich die 0,5 mm Furnierbeschichtung innerhalb von Sekundenbruchteilen runter, sozusagen.
Fazit
Wie die vielen anderen Geräte der Micromot-Serie, so ist auch der kleine Tellerschleifer ein ausgereiftes und hochwertiges Produkt und macht nicht den Eindruck relativ kurzlebig zu sein. Eine sinnvolle und vor allem finanzierbare Investition für die Modellbauwerkstatt. Das Wort "Modellbauwerkstatt" möchte ich betonen, ganz speziell für die Verfechter der Kraftstrom-Fraktion.