Tischkreissäge FET
Mehr als 10 Jahre verrichtete die Tischkreissäge FKS/E von Proxxon nahezu im täglichen Einsatz zuverlässig ihren Dienst. Eines Tages dann stieg der Motor aus, allerdings eher durch einen Bedienungsfehler.
Eigentlich lohnt es sich immer Proxxon-Geräte reparieren zu lassen, Ersatzteile sind relativ preiswert, auch ein Austauschmotor würde nicht unbedingt mein finanzielles Budget sprengen.
Mittlerweile ist allerings die FET als Nachfolgemodell auf dem Markt, mit einigen nützlichen Weiterentwicklungen, so dass ich mich für einen Neukauf entschieden habe.
Die nützlichen Features und die Unterschiede zwischen FET und FKS/E mal näher betrachtet:
Drehzahl und Netzschalter
Die Drehzahl der FKS/E ist regulierbar 4.400 - 6.800 U/min, die FET hat eine feste Drehzahl von 7.000 U/min.
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Positiv hervorzuheben: es gibt endlich einen vernünftigen Ein-/Austaster, der Kippschalter der FSK/E ließ sich mit der Gummischutzkappe immer sehr schlecht bedienen.
Die Regelung der Drehzahl ist ein schlagendes Argument für die FKS/E, auch wenn ich sie überwiegend mit der niedrigsten oder mit der höchsten Drehzahl genutzt habe, kaum mal eine Zwischenstufe. Durchaus fehlt nun die niedrigste Stufe, gerade beim Sägen von dünneren spröden Kunststoffen, z.B. bei Plexiglas ist mir das aufgefallen. |
Abhilfe schafft dann nur das feinverzahnte hartmetalbestückte Sägeblatt und vor allem darf das Blatt nicht zu weit herausgefahren werden, da sonst die Zähne auf das Werkstück schlagen und es dann möglicherweise splittert.
Testweise habe ich mal den Dimmer meiner Micro-Fräse MF 70 verwendet, leider ist der Drehzahlbereich damit nur begrenzt regelbar, da die Säge bei zu geringer Drehzahl automatisch abschaltet.
Gehäuse, Gewicht und Arbeitstisch
Die FET wirkt mit Ihren Abmessungen deutlich bulliger. Der Arbeitstisch hat nun eine Fläche von 300x300 mm, gegenüber 195x240 mm bei der FKS/E.
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Die FET bringt mit knapp 6,5 kg gut ein Kilo mehr auf die Waage und steht auf Grund ihrer Gummifüße auch ohne Verschraubung sehr sicher und stabil auf der Werkbank. Die Vorgängering hatte überhaupt keine Gummierung. |
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Allerdings habe ich beim Anheben des Gerätest bemerkt, dass das Gehäuse an manchen Stellen recht dünnwandig ist, es lässt sich problemlos mit den Daumen eindrücken, es schmälert den ersten Eindruck von Solidität.
Es sei noch angemerkt: bei der Erstellung dieser Fotostrecke und in der Hinsicht des Gewichtes, fehlten mir irgendwie Griffmulden zum sicheren Anheben der Maschine. |
ausziehbare Ablage für lange Werkstücke
Die FET hat ebenfalls, wie schon die FKS/E, eine herausziebare Ablage für längere Werkstücke.
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Nun ist hier ein ausklappbarer Hilfsanschlag integriert und der Standfuß rastet ein. Zusätzlich kann die Ablage mit einer Feststellschraube fixiert werden.
Das Herausziehen und Hineinschieben gestaltet sich nach wie vor etwas hackelig, komplettes Zusammenschieben gelingt meistens nur mit einem beherzten Klaps. Ein Tropfen Öl schafft nur wenig Abhilfe. |
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Ein Blick in den Innenraum verträt dann auch den Grund: die Schubstange läuft in keiner Führung und stößt, trotz Ausparung an das Haltescharnier des Arbeitstisches.
Nicht ganz durchkonstruiert, wie ich finde. |
Reinigung und Sägeblattwechsel
Im Unterschied zur Seitenklappe der FKS/E kann bei der FET der komplette Tisch mit Antriebseinheit wie eine Motorhaube hochgeklappt werden.
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Das ist wirklich eine innovative Weiterentwicklung.
Im Innenraum der FET gibt es auch keine Ecken oder Verschachtelungen mehr, in der sich Späne "verstecken" könnten, der Sägeblattwechsel ist nun wesentlich bequemer möglich. |
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Dazu gibt es jetzt auch ein kleines Loch im Sägetisch.
Mit einem kleinen Stift oder Inbus soll sich eigentlich die Welle blockieren lassen, so wie man es auf dem Anwendungsvideo von Proxxon sehen kann. Das würde auch prima funktionieren, wenn die Welle ebenfalls ein Loch hätte... hat sie aber scheinbar nicht, zumindest habe ich es noch nicht gefunden. |
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Vergisst man einmal vor dem Öffnen den Netzstecker zu ziehen, vermeidet ein stabiler Sicherheitstaster das versehentliche Einschalten des Gerätes. |
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Die Rändelschraube, mit der man die Klappe verschließt, ist etwas lang, dadurch nerven die scheinbar unendlichen Umdrehungen zum Öffnen/Schließen etwas. Ich habe das Gewinde nachträglich etwas gekürzt.
Durch die Versenkung in das Gehäuse, haben es Leute mit weniger grazilien Fingern etwas schwer, die Schraube zu greifen. Eine Feder-Schnellverriegelung, so ähnlich wie bei der kleinen Schwester-Säge KS 230, wäre wünschenswert. |
Schlüsselgarage
Seitlich ist eine sog. Schüsselgarage für die beigefügten Inbusschlüssel angebracht.
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Mir erschließt sich allerdings nicht, wie die Schlüssel da "geparkt" werden können. Der kleinere Schlüssel, der zum Wecheln des Sägeblattes benötigt wird, ist zu klein und hat keinen sicheren Halt.
Der zweite Schlüssel ist zu groß und passt nicht in die Halterung. |
Sägeblattschutz und Sägeblattabdeckung
Der Sägeblattschutz ist ähnlich wie bei der FKS/E, aber leider auch nicht wirklich "intelligenter" realisiert.
Er passt sich automatisch der Materialdicke an, allerdings nur maximal 31 mm. Möchte man Nuten in dickeres Material fräsen, muss die Schutzhaube entfernt werden, das allerdings ist seit eh und je etwas umständlich, flexibler wäre irgendein "Klippverschluss".
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In der Bedienanleitung liest man: "Ihre FET darf nicht zum Schlitzen verwendet werden! Zum Falzen und Nuten bitte unbedingt die Proxxon-Nutenfräseinrichtung verwenden."
Ich habe schon immer Nuten ohne diese Einrichtung gefräst, deshalb ist mir diese "Warnung" etwas unverständlich, klarer wird es spätestens nach einer Preisrecherche;-)
Aber auch bei Verwendung der hauseigenen Nutfräseinrichtung, die eigentlich nichts anderes als eine horizonal schwenkbare Kunststoffabdeckung ist, muss der Sägeblattschutz entfernt werden. |
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Die Sägespaltabdeckung ist nun aus Kuntstoff. Es liegt eine ungeschlitze Abdeckung, die man ja nach gewünschtem Sägeblatt selber anpassen kann.
Bei der Verwendung selbst geschlitzter Spaltabdeckungen ist allerdings nicht mehr möglich, den Sägeblattschutz anzubringen.
Hier müsste dringend nachgearbeitet werden, denn irgendwann wird es nervig, so dass das Teil in irgendeiner Ecke der Werkstatt verschwindet. |
Längsanschlag
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Die Skala für den Längsanschlag hat eine Zentimeter- und Zolleinteilung. Durch schwarze Schrift auf metallischen Untergrund nun wesentlich besser ablesbar als bei der FKS/E. |
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Allerdings handelt es sich hier um eine aufgeklebte Folie, ein wenig Billig-China-Feeling.
Schon im Auslieferungszustand zeigen sich kleine Ablösungen. Es bleibt dann noch abzuwarten, wie kratz- und abriebfest dieses Folie bei längerer Ntzung ist. |
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Recht nützlich dagegen ist der Schnellspannhebel zum Festsetzen des Anschlages.
Gewünscht hätte ich mir eine Lösung eines nach hinten klappbaren Längsanschlages. Für den schnellen Schnitt nebenbei muss manchmal der Anschlag entfernt werden. Bei der FKS/E ging recht gut. Hier nun sitzt der Anschlag einmal auf der Messskala und andererseits noch in einer Haltenut unter dem Sägetisch, wodurch das Wegschieben einstweilen zur hackeligen Geduldsprobe wird. |
Feinjustierung des Längsanschlages
Die nächste Innovation ist die Feinjustierung im 10-tel mm-Bereich.
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Man kann so erst einen Probeschnitt durchführen und wenn's nicht passt, entsprechend fein nachstellen. Auch eine exakte Mittelstellung je nach verwendetem Sägeblatt ist damit problemlos möglich.
Allerdings vermisse ich für die Nullstellung einen verstellbaren Skalenring. |
Winkelanschlag
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Der Arbeitstisch der FET hat nun T-Nuten für den Winkelanschlag.
Es hat sich allerdings gezeigt, dass für den ständigen Gebrauch das T-Profil etwas fummelig ist. Es ist weniger umständlich den Anschlag von oben aufzusetzen bzw. abzunehmen, als ihn in die Führung einschieben zu müssen. Ich habe mir deshalb zusätzlich einen Winkelanschlag der FKS/E besorgt. Man kann ihn direkt bei Proxxon als Ersatzteil ordern. |
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Auch hier wieder ein nützliches Gimmick: eine verstellbare Anschlagleiste.
Diese kann so verschoben werden, dass sie bei einem Anstellwinkel bis zu 60° immer genau bis zum Sägeblatt reicht und somit auch das Bearbeiten kurzer Teile nun problemlos möglich ist. Bei einem Winkel über 60° liegt der Winkelanschlag dann nicht mehr auf dem Arbeitstisch auf. |
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Für das Sägen exakt gleichlanger Teile, kann an der Anschlagleiste noch ein zusätzlicher Endanschlag aufgesetzt werden. |
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Ursprünglich war die Leiste an beiden Enden horizontal so abgeschrägt, dass die Kante der Leiste bei 45° parallel zum Sägeblatt verlief.
Bei der aktuellen Produktionsserie, ist das Ende nun vertikal angeschnitten, wodurch nun ein unnötiger Keilspalt entsteht, etwas hinderlich für die Bearbeitung kleinster Teile.
Auf Nachfrage bei Proxxon habe ich die Auskunft erhalten, dass die Anschläge auf Grund eine europäischen Maschinenbaurichtlinie nun so gefertigt werden müssen.
Da das Sägeblatt um 45 ° geschwenkt werden kann, macht das natürlich Sinn, allerdings nur auf einer Seite, auf der anderen wäre der alte Anschnitt schon recht nützlich. |
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Etwas ärgerlich: die Gradeinteilung ist leider nur noch in 5°-Schritten möglich. Mit dem Winkelanschlag der FKS/E konnte dagegen gradgenau gearbeitet werden. Warum hier eingespart wurden, kann ich mir nicht erklären, wo doch andererseits am Längsanschlag eine 10-tel-Genauigkeit möglich ist.
Noch ärgerlicher: nie benutzt und einige Teile lösen sich schon in Wohlgefallen auf. Die Feststellschraube für die Anschlagschiene soll durch eine einfache Sicherungsscheibe gehalten werden. Das würde auch funktionieren, wenn eine Nut im Haltestift vorhanden wäre. |
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Richtig ärgerlich: wird das Sägeblatt um 45° geschwenkt, kann der Winkelanschlag auf der Neigeseite des Sägeblatts nicht genutzt werden. Der Anschlag ist ganze 7 mm zu breit.
Bei einer Maschine in dieser Preisklasse ein unverzeihlicher Fehler. |
Fazit
Gegenüber der Vorgängerin ist die FET eine konsequente Weiterentwicklung und mit einigen nützlichen Innovationen, wie:
- aufklappbare Antriebseinheit
- bessere Ablesbarkeit der Messskala
- Feinjustierung des Längsanschlages
- Hilfsanschlag in der herausziehbare Ablage
- verstellbarer Anschlagschiene am Winkelanschlag
Wo Licht ist, da ist bekanntermaßen auch Schatten.
- mal ist ein Rändelrad oder Einstellschraube aus Messing, mal aus ALU, mal aus Kunststoff, letztere haben Spielzeugfeeling, und sehen nicht so wertig aus, ein einheitliches Konzept wäre wünschenswert
- Maßhaltigkeit sollte in jeder Lage möglich sein, mit 5°-Schritten auf dem Winkelanschlag bleibt für Zwischenschritte nur die Schätzung, das passt nicht zu der hohen Genauigkeit der 10-tel-Einstellung des Längsanschlages
- eine aufgeklebte Folie, die sich schon bei einem nicht genutzten Neugerät in "Ablösung" befindet, erwarte ich bestensfalls bei einem Billiggerät aus Fernost, nicht jedoch bei einer Maschine dieser Preisklasse Made in Germany
- wie die sog. "Schlüsselgarage" genutzt weren kann, ist leider bisher unergründbar
- auch die Arretierung der Antriebswelle zum Wechseln des Sägeblattes bleibt bisher ein Geheimnis
- die verstellbare Schiene des Winkelanschlages ist ungemein praktisch, im Normalbetrieb durch ihre Überlänge manchmal etwas sperrig, die Schiene kann zwar entfernt werden, der Zusammenbau ist allerdings eher ein Geduldsspiel
- wenn das Sägeblatt geschwenkt werden kann, sollte es immer und in jeder Stellung mit dem notwendigen Zubehör zu benutzen sein, ein zu breiter Winkelanschlag müsste eigentlich schon beim Test des Prototypen aufgefallen sein
Letzteres ist das einzige wirkliche Ärgernis. Der ambitionierte Modellbauer wird trotzdem die Maschine mit ihrer guten Serienausstattung schnell schätzen lernen, denn es wurden Dinge umgesetzt, die man schon immer irgendwie vermisst hatte.
Allerdings musste ich "allerdings" irgendwie zu oft erwähnen, denn die vielen kleine Macken bei einer Maschine dieser Preisklasse wirken wie "nicht ganz zu Ende entwickelt" bzw. "nicht in der Praxis getestet", etwas ungewohnt von Geräten mit dem Namen "Proxxon".
Änderungen und Anpassungen
Nach den ersten Sägeversuchen, habe ich mir die Anschlagleiste des Winkelanschlages selbst angeschrägt. Es arbeitet sich gerade bei kleinen Teilen sehr viel besser.
Durch den zusätzlichen Winkelanschlag der FKS/E können nach Bedarf auch wieder gradgenaue Winkel eingestellt und durch das "Von-oben-Einsetzen" wie gewohnt gearbeitet werden. Für Spezialfälle weicht man auf den "Multifunktions-Winkelanschlag" aus.
Zudem ist der Anschlag der FKS/E etwas kleiner, so dass nun auch bei komplett geschwenktem Sägeblatt mit Anschlag gearbeitet werden kann. Es ist nur minimal zu breit, das lässt sich aber einfach absägen.